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Sie sind die größten und tiefsten Gewässer unserer Heimat. Manche sind mehrere Hundert Meter tief und so groß, dass man mit dem Auto
stundenlang fahren muss, um sie zu umrunden. Also ideale Tauchgewässer? Nicht uneingeschränkt, denn in viele der großen Seen kommt man nur über Badeanstalten oder
Privatgrundstücke.
In einigen herrscht Tauchverbot, je nachdem, wo sie liegen und wie das Gewässer von den Behörden eingestuft ist. Einen Vorteil haben die
großen Seen, ihnen schadet ein Taucheransturm nicht. Ob in einem 20 km langen und 200 m tiefen See pro Tag 200 oder 500 Taucher in die Fluten stürzen, ist solchen
Wassermassen egal. Und selbst wenn pro Tag 1000 Flossen über die Uferzone schwimmen, macht das nur wenig aus. Vernünftigerweise steigt man aber über Bootsstege oder
Kiesbänke ins Wasser, einfach wegen der Sedimentwolken, die sonst das Fotografieren im Umfeld des Einstieges unmöglich machen würden.
Natürlich gewachsene
Seen sind im Regelfall sehr alt. Hunderttausend Jahre und mehr sind verbürgt für einige der großen Alpenseen. Aufgrund des gewaltigen Wasservolumens können sich in
diesen Gewässern riesige Fischschwärme (Maränen und Lauben) entfalten, die von mächtigen Jägern (Hechte, Zander, Waller) verfolgt werden. Hier geht die Post ab. Wer
solche Angriffe einmal erlebt hat und sah, was sich da abspielt, wird diese Begegnungen nie vergessen. In den großen Binnenseen herrscht oft eine beeindruckende
Fischvielfalt, zwanzig bis dreißig Arten kann man aufspüren, einige aber nur bei Nacht.
Große Seen leiden oft unter einer stark reduzierten Durchmischung der
Wasserschichten, manchmal tritt auch ein Stillstand im Austausch der Wasserschichten ein. Dann beginnt in ca. 50 m Tiefe die sauerstoffarme Tiefenzone, in der Fische
so gut wie nicht mehr vorkommen. In durch Einträge der Landwirtschaft stark belasteten Gewässern kann schon unterhalb von 15 Metern der Sauerstoffanteil so stark
reduziert sein, dass hier kein höheres Leben mehr möglich ist. Hier wird alles konserviert und für die Ewigkeit festgehalten. Blätter, Bäume, Hausrat, Abfall und auch
Leichen. In vielen Binnenmeeren wie Bodensee oder Attersee liegen auch Wracks, leider oft in wenig moderaten Tiefen. Und man findet Steilwände, Überhänge und Untiefen.
Tiefe Seen üben auf viele Taucher eine unheilvolle Anziehungskraft aus. Anstatt sich im Uferbereich mit einer Tiefe von 15 m zu begnügen, um dort Fische zu beobachten,
stechen immer wieder mutige Familienväter in die schwarzen Tiefen, nur so. Zum Mittagessen will man dann wieder bei den Lieben sein. Oft geht es gut, manchmal nicht.
Die Sichtweiten sind in den meisten großen Binnenseen alles andere als zufriedenstellend. Wer im Sommer fünf Meter antrifft, hat Glück gehabt. Aber es gibt
Ausnahmen. Glückliche Zufälle können in Voralpenseen und in einigen österreichischen Gewässern die Transparenz schon mal auf sagenhafte 10 m aufreißen. Diese
Traumsichten trifft man aber eher im Herbst an, oder unter Eis.Große Binnenseen kann man in Tauchmagazinen veröffentlichen, sie stehen ohnrhin auf jeder Landkarte.
Wenn Campingplätze und Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind, können auch Clubausflüge geplant werden. Sehr gute Tauchmöglichkeiten bietet der Osten Deutschlands.
Dort haben sich an vielen Seen Feierabend - Füllstationen und Wochenend - Tauchschulen etabliert. Urlaub im Süßwasser kann unvergleichlich und unvergesslich sein.
Nicht selten macht er mit seinem abwechslungsreichen und kulturellen Umfeld und der großen taucherischen Freiheit mehr her, als Billigferien am Roten Meer auf einer
militaristisch geführten Basis., wo jeder aus organisatorischen Gründen nur noch eine Nummer sein kann.
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