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subtronic beschreibt deren Videoleuchte selbst als „die neue Lichtdimension“. Nun, man musste auch im tiefen Schwabenland erkennen,
dass Highend – Blitzgeräte allein bei deutlich veränderter Nachfrage im Unterwasser – Foto- und Video Segment nicht mehr so erfrischenden Umsatz
generieren. Mit dem selben hohen Anspruch nun auch Videofilmer mit Leuchtmitteln auszustatten, startete Markus Moll eine Lichtoffensive, die puristischer nicht getauft
hätte werden können: subtronic video. UnterWasserWelt tauchte mit der Leuchte ab, die allein schon mehr kostet, als das Kamera - Referenzsystem der Redaktion, der
Sanyo Xacti HD2000 im Epoque - Gehäuse.
Seitdem die Leuchtdioden – Technologie den Markt der UW - Videoleuchten erreicht hat, kommt auch ein neuer
Fachbegriff ins Spiel, der CRI – Wert. Mit diesem Parameter, der zwischen 0 und 100 liegen kann und dabei Sonnenlicht bei 100 einstuft, soll verdeutlicht werden,
wie naturgetreu Farben, von einer Lichtquelle angeregt, wiedergegeben werden. Die LED`s standen hier in nicht besonders hoher Gunst, da sie weder UV – noch
IR-Lichtanteile entwickeln, die jedoch, auch wenn sie vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden können, für den Grad der Farbsättigung verantwortlich sind. Wenn
eine LED messtechnisch nahe natürlichem Tageslicht angesiedelt scheint, ist sie nicht in der Lage, eine identische Farbsättigung erzeugen, wie Tageslichtquellen, die
Ultraviolett und Infrarot im Spektrum beinhalten. Mit dem vom Hersteller selbst angegebenem Colour Rendering Index (CRI) von 96 rangiert die subtronic video
zweifelsfrei im hochwertigen Bereich, was die messbare Lichtqualität betrifft. Allerdings überträfe bei der Farbsättigung aus geschilderten Gründen ein Hochdruck
– Entladungsbrenner oder eine mit dichroitischem Umkehrfilter auf Tageslicht angepasster Halogenbrenner den Farbeindruck. Das alles klingt wissenschaftlich
und es steht durchaus die Frage im Raum, welchen Einfluss diese messtechnischen Einzelheiten auf die Praxis der Beleuchtung haben. Tatsächlich ist hier vieles
vernachlässigbar, aber nicht eine gewisse Rotkomponente, da hier das größte spektrale Defizit unter Wasser herrscht. subtronic, aus der Tradition des UW -
Blitzgeräteherstellers kommend, möchte natürlich verwandte Lichtqualität liefern, doch UW - Blitz und UW – Videolicht kann man nicht direkt vergleichen. Um einer
Videoleuchte einer zum Blitz entsprechende Lichtstärke zu geben, müssten Leuchtmittel eingesetzt werden, wie sie in einem 1,2 KW Daylight – Scheinwerfer
verwendet werden. So etwas kann nur aus der Steckdose mit Energie versorgt werden, keinesfalls aus kleinen Akkus. Demzufolge sind die Reichweiten von Blitzgeräten und
Videoleuchten völlig unterschiedlich. Während engagierte UW – Fotografen leistungsstarke Blitzgeräte bevorzugen, wegen der schnellen Blitzfolge, müssen
Videofilmer immer schon Kompromisse eingehen, da das von ihnen benötigte Dauerlicht zwischen akzeptabler Lichtleistung und entsprechender Akkudimension balanciert.
So haben sich die Ansprüche von Videofilmern an „ihre“ Leuchte in diese Richtung entwickelt: Gute Farbwiedergabe, lichtstark, akzeptable Betriebszeit pro Ladung,
akzeptables Transportvolumen über Wasser und geringer Abtrieb beim Einsatz. Die subtronic video in der Version mit integrierten Akku – sie wäre auch als
Lampenkopf mit Akkus im Leuchtenarm verfügbar – erfüllt einige der Ansprüche wirklich ordentlich. Beginnen wir beim Volumen, hier gibt es über und unter Wasser
nichts zu bemängeln und die Leuchte passt zu den mittlerweile sehr kleinen und leistungsstarken HD-Videosystemen wirklich gut. Die Entscheidung für die 6 LED
– Bänder als Leuchtmittel mit je 7 Watt Leistung dürfte vom homogenen Lichtaustritt und der industriell angebotene Auswahl unterschiedlicher Farbtemperaturen
geleitet gewesen sein. Die weiche Verteilung des abgestrahlten Lichts ist für Videozwecke ideal, außerdem spart sich der Hersteller bei dieser Lösung die Konstruktion
eines Reflektors. Auch wenn es sich schön anhört, aber 6 LED – Bänder mit je 7 Watt Leistungsaufnahme entsprechen deshalb noch lange nicht einer 42 Watt
Lichtquelle – egal ob Halogen oder HMI. Man kann die Lichtleistung der einzelnen Lichtquellen nicht einfach nur addieren, dort, wo es Überschneidungen in der
Ausleuchtung gibt, wird in diesem Bereich die Wirkung sogar reduziert. Hier kann die subtronic video bestehende Gesetzmäßigkeiten nicht neu definieren. Die
rechteckige Anordnung der LED – Bänder im Leuchtenkopf, auf einer Fläche im Format 16:9, lässt natürlich den Hinweis des Herstellers zu, dass die Ausleuchtung
dem mittlerweile gängigen Seitenformat von Videoaufnahmen entspräche. Real konzentriert sich die Ausleuchtung leicht auf eine entsprechende Fläche. Der Lichtaustritt
ist jedoch auch ohne Reflektorausrichtung halbkugelig, mit der entsprechenden Abschwächung vom Zentrum weg zu den Rändern. Nun, es ist auch gut, dass
der Lichtaustritt nicht exakt und klar abgegrenzt einer Fläche im Seitenverhältnis von 16:9 entspricht, denn sonst müsste die Leuchte ganz genau ausgerichtet am
Drehequipment montiert sein. Dass das den realen Bedingungen bei UW – Videoaufnahmen nicht wirklich nahe kommen kann, liegt auf der Hand. Soweit
eine allgemeine Betrachtung zum Thema LED – Videolicht und den bei der subtronic video Leuchte vom Hersteller zur Produktcharakterisierung formulierten
Eigenschaften.
subtronic video
Auf den ersten Blick kann man dem Eindruck unterliegen, man hätte eines der bekannten Blitzgeräte des schwäbischen
Herstellers vor sich. Dafür ist die Übernahme von klassischen Bauteilen und deren Erscheinungsbild aus der Fotoecke verantwortlich. Einzig die Kühlrippen um den
Leuchtenkopf weisen darauf hin, dass hier anders als bei den Blitzgeräten Wärme abgeleitet werden muss. LED`s entwickeln zwar nicht auf der Leuchtseite nennenswerte
Temperaturen, aber auf der Rückseite, dort, wo die Elektronik verbaut ist, sieht es aber ganz anders aus. Bei den 6 LED – Bändern dürften auf Dauer etwa
70“ C abgeleitet werden müssen, nicht wirklich heiß und auf alle Fälle kühler als die generelle Wärmeentwicklung von Halogen- oder HMI – Brennern. Im
silbern eloxierten Alugehäuse ist die Elektronik inklusive 7,2 Ah Lithium Mangan – Akku verbaut. Der Lichtaustritt ist von einem Planglas abgeschlossen.
Auf der Rückseite erheben sich der Rastschalter für 4 Beleuchtungsstufen - 25 / 50 / 75 / 100% - und der verschraubte Ladeanschluss. Zur Verbindung der
Leuchte an einem Kugel - Armsystem ist am Rohr mittig eine kurze Schiene aufgesetzt mit zwei Gewinden für 1/3“ und 3/8“ Gewinde. Geladen wir die
subtronic video über ein Tischladegerät in einem Zeitraum von etwa 2,5 Stunden. Die Betriebszeit wird mit 75 Minuten angegeben.
Praxis
Die
subtronic video bringt über Wasser gut 1000 g auf die Waage, abgetaucht reduziert sich ihr Gewicht auf etwa 500 g. Mit ihrer Größe von etwa 19,5 cm Länge und 8,5 cm
Durchmesser passt sie auch zu den modernen, besonders kleinen UW-Videoanlagen. Ihr Abtrieb bringt etwas Gewicht auf die Hand des Kameramanns, was die Ruhe der
Bildführung zu unterstützen vermag. Das weich verteilte Licht lässt sich mittels der 4 Dimmstufen gut dosieren, entwickelt aber in die Tiefe des Raums keine
führende Wirkung. Ab dem Portraitbereich (oder halbe Figur, Brennweite im kürzesten Weitwinkel) wirkt die Leuchte deutlich und entwickelt ihre harmonischen Stärken
dann im Nahbereich. Farben stellt die Leuchte sachlich und eher etwas kühl dar. Eine wärmere Lichtfarbe, um 4000 Kelvin käme, den Motiven zugute, so wie auch viele
engagierte Fotografen nicht zur Blitzröhre mit vollem Tageslichtspektrum greifen. Vermisst haben wir eine rückwärtige Funktionsdiode, die auf die Aktivierung der
Leuchte hinweist und den Ladezustand kommuniziert. Dies sind durchaus wichtige Details, denn gerade bei Tag kann man von hinten nicht auf einen Blick beurteilen, ob
die Leuchte nach Aufzeichnung einer Szene noch eingeschaltet ist. Und ob der zweite Video - Tauchgang ohne Nachladen absolviert werden kann, wäre auch nicht
uninteressant abgeschätzt werden zu können.
Fazit
Mit rund € 1000,- ist die subtronic video kein Sonderangebot und vielfach teurer als ein
aktuelles HD-Videosystem zusammen mit einem Gehäuse des betreffenden Camcorder – Herstellers (etwa Sanyo Xacti HD200 im Epoque – Gehäuse oder Canon Legria
HF200 im Canon – Gehäuse). In einem Markt mit vielen günstigeren Halogen- oder LED – Angeboten oder ähnlich kalkulierten HMI – Leuchten ist die
subtronic video einem heftigen Wettbewerb ausgesetzt, der durch die gewohnt hochwertige Verarbeitung und einem glänzenden CRI – Wert zwar punktet, das Rennen
aber nicht von der Pole – Position aus für sich entscheiden kann.
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