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Silver Banks ist heute ein Walschutzgebiet 100 Kilometer nördlich der Dominkanischen Republik und weitere 100 Kilometer sind es zu den
Turks & Caicos Inseln. Weil hier viele Silberschiffe der Spanier an den Riffen zerschellten, erhielten die Riffe ihren bedeutungsvollen Namen. Diese Region ist ein
Mittelpunkt der Buckelwal – Fortpflanzungsszene. Forscher gehen davon aus, dass die Silver Banks vermutlich die größte Buckelwal – Population im nördlichen
Atlantik aufweisen. Bis zu 5000 Buckelwale durchstreifen saisonal (Dezember bis Mitte April) das 20 Quadratmeilen große Gebiet , das Wolfgang Putziger besucht hat.
Abfahrt zum Walabenteuer, Treffpunkt in der Marina von Puerto Plata. Einem echten Taucher stellen sich die Haare auf. Dort gibt es „Schwimmen mit
Delfinen“ und sogar Riffhaie werden in Becken gehalten und als Attraktion angeboten. Die Touris stehen bis zum Bauch im Wasser und werden laut kreischend von den
Haien umschwommen. Ein Feeling wie beim Film der Weiße Hai wird inklusive mitverkauft. Das Geschehen am Ausgangsort der Fahrt zum Walschutzgebiet, das am 5. Juli
1996 aufgrund eines Dekrets von Präsident Joaquin Balagaer, Regierungschef der Dominikanischen Republik, eingerichtet wurde, steht im harschen Widerspruch zum
Schutzgedanken, der Meereslebewesen zugute kommen soll. Man muss mit kleinen Erfolgen zufrieden sein, auch wenn mit der Entwicklung des Walschutzgebiets, für das
1996 der Grundstein gelegt wurde, natürlich eine Einnahmequelle für den Staat der Dominikanischen Republik geschaffen wurde, denn um interessierte Gäste zu einem
Schnorchelkontakt zu den Silver Banks bringen zu dürfen, müssen die dafür ausgewählten Veranstalter saftige Gebühren bezahlen, die natürlich an die Gäste der Buckelwal
– Safari weitergereicht werden.
Der Weg zu den Silver Banks dauert etwa 8 Stunden und wird nachts zurückgelegt. Eine Woche wird man an Bord des
Safariboots nahe den Walen sein. Gegen 9:00 Uhr morgens ist man am Ziel. Die Riffplatte ist leicht erkennbar, da an der flachsten Stelle ein japanisches
Containerschiff vor sich hin rostet. Man sah auch schon auf dem Weg zu den Silver Banks springende und flossenklatschende Buckelwale, der Kapitän war laufend auf der
Brücke, um den Walen auszuweichen. Nachdem am vorgesehenen Punkt geankert wurde, wird die Annäherung an die Wale dann mit kleinen Beibooten absolviert.
Lediglich drei Schiffe haben die Erlaubnis dort zu ankern und die Passagiere zum Schnorcheln ins Wasser zu entlassen. Auf jedem Boot ist ein Biologe anwesend und
auf einem der drei Schiffe, die immer parallel vor Ort sind, befindet sich auch ein Vertreter der Regierung. Diese Biologen sind die eigentlichen Betreiber des
„Whalesnorkeling“ da sie die Halter der Genehmigungen der Dominikanischen Regierung sind und mit den Tauchschiffen zusammenarbeiten. Die Biologen erwecken
den Eindruck, echte Idealisten zu sein, da sie zum Beispiel in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit verschiedenen Investoren eine weitläufige Bucht in Mexiko
aufgekauft haben, in der eine Meerwasser - Entsalzungsanlage entstehen soll, um die dort lebenden Wale zu schützen. (z.B. Whaleman.org, savethewhales.org)
Auf
dem Flyer von Peter Hughes Diving Fleet hat man so ein wenig den Eindruck dass sich die bis zu 5000 Buckelwale, die hier ihre Jungen bekommen und erst mal ein paar
Monate aufziehen, um ein Riff drängen und dass man vor lauter Buckelwalen Mühe hat, ins Wasser zu kommen. Das ist in der Realität (leider) nicht so – die
Silver Banks sind 20 Quadratmeilen groß und die Wale schön verteilt
Man fährt mit dem Beiboot (in unserem Fall Hartschale mit Dach) im 5mm Neopren -
Anzug das Seegebiet ab (mit maximal 8 km/h) und sucht nach Walspuren (Blas, Flossenklatschen, Springen). Dies kann auch mal einen halben Tag ohne Sichtung
dauern. Für uns ungeduldige Mitteleuropäer auf Erlebnistrip entwickelte sich die Suche spürbar nervig (ich wäre viel öfter hineingesprungen) und es gab auch einmal
eine heftige Diskussion, als der Biologe mit seiner Kamera ins Wasser glitt und ein paar Minuten später mitteilte, dass der Wal abgetaucht sei. Wenn Wale entdeckt
werden, entscheidet der Biologe, ob man ins Wasser darf oder eben nicht Es gibt unterschiedliche Verhaltensmuster der Wale (Roudygroups, Sänger, Schläfer, Mama
mit Baby) und nur bei einigen davon darf man sich ihnen nähern.. Wenn man dann wirklich im Wasser ist, kann sich ein Zeitraum von 2-3 Stunden enwickeln,
in dem man mit den Walen schnorchelt. Es ist wie ein Traum, der Wal kommt bis auf mehrere Meter heran das Baby ist oft noch neugieriger, die Mutter beobachtet
die komischen Tiere an der Oberfläche genau, man kann sehen, wie sie jeden einzelnen mustert ob Gefahr drohen könnte – einfach beeindruckend In unserem Fall
ist das Baby direkt auf mich zugeschwommen, bis dessen Mama einen Knurrlaut ausstieß und das Baby „auf der Flosse“ umdrehte und zurückschwamm.
Imponierend war ein singender Wal, der laut den Biologen sich mit anderen Walen bis zu 160 km weit unterhalten kann, da sich der Schall im Wasser schneller
und weiter fortbewegt, als an der Luft. Dies mag auch der Grund für das Stranden von Walen zu sein – sie werden von den zahllosen Unterwassergeräuschen, die
der Mensch erzeugt, irritiert und sogar deren Gehör verletzt. Uns wurde vermittelt, dass es mittlerweile Programme gäbe, dass U-Boote ihre Ultraschall
- „pings“ (Ortungssignale) nicht mehr absetzten dürfen, wenn Wale in der Nähe sind.
Die Biologen checken mit Unterwassermikros wo ein Sänger aufhält
und wir hatten das Glück, das Tier zu finden und mit ihm zu Schnorcheln – der Ton geht durch und durch, der ganze Körper kribbelt – wie vor einer Bassbox
im Rockkonzert.
Das Boot Die Sun Dancer II, amerikanischer Stil, Klimaanlage im Salon stark unterkühlt eingestellt, Essen reichlich und
schmackhaft, alle Getränke inklusive, Sprache american english - also manchmal schwer verständlich Die Crew kommt aus England bzw. aus Belize da die Sun Dancer dort
normalerweise stationiert ist und nur zur Walsaison in der Dom.Rep. operiert.. Adapter für US Steckdosen erforderlich und eventuell auch Mehrfachstecker
mitbringen, da man mit Steckdosen nicht reich gesegnet ist. Fotoablagen und Spülkästen für die Kamera sind ausreichend vorhanden.
Flüge Mit
Condor oder Air Berlin direkt nach Puerto Plata, alle andern über USA, dann allerdings mit dem mittlerweile aufwändigen Einreise- und Zollverfahren. Die Flüge mit
Condor sind nicht auf die Reisetermine der Walsafaris abgestimmt. Ein zusätzlicher Aufenthalt in der Dominikanischen Republik muss daher eingeplant werden. Nicht jedem
kann die dann erforderliche Standard - Unterbringung in einem typischen Touristenhotel mit der „all you can drink“ - Lizenz gefallen. Daher sollten
alternative Möglichkeiten für die Überbrückung des Aufenthalts auf der Insel recherchiert werden. Allerdings gibt es nur organisierte Besichtigungstouren. Unabhängige
Touren sind Sache erfahrener Individualisten. Einkaufstipps gibt es keine.
Fotografie Weitwinkel – je weitwinkliger desto so besser –
(Nikon) 12-24 WW Zoom und Fisheye empfehlenswert. Blitz nicht erforderlich und auch nicht zulässig vor Ort.
Buchung Verschiedene Spezialveranstalter
organisieren Komplettangebote. Direktinfo dominican-republic.de/
Fazit
Man muss Geduld mitbringen aber wenn es klappt ist das Erlebnis einfach unvergesslich, Tauchen ist im Gebiet der Silver Banks verboten und
brächte auch nichts, da man außer Wale nichts sieht.
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