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Ein Reel findet man eher selten in der Ausrüstung normaler Sporttaucher, eine Leine auf einer kleinen Trommel aufgespult gehört zum
Handwerkszeug von Höhlen- und Techtauchern. Aber auch Sporttaucher können aus unterschiedlichen Anlässen ein Reel vorteilhaft einsetzen. UnterWasserWelt hat sich das
preiswerte Compact Reel von Mares näher angesehen.
Höhlentaucher sichern sich den Weg zum Ausgang mit einem Ariadnefaden, so gibt es für diesen
Anwenderkreis Leinen mit mehreren Hundert Meter Länge, die auf einer Spule aufgewickelt sind. Hier ist ein Handgriff und ein Kurbelansatz nützlich, um das Seil auf dem
Rückweg Meter um Meter sauber aufwickeln zu können. Reels mit kürzere Leine, im Mittel 30 Meter, werden beim Technischen Tauchen gerne dazu verwendet, die oft
langen Austauchzeiten komfortabler und sicherer zu gestalten. Am Seil wird eine Boje mit einigen Kilo Hebekraft an die Oberfläche geschickt und der gewählte
Endpunkt am Reel markiert die Tiefe der Dekostufe. So muss man nicht laufend den Tiefenmesser beobachten und erleichtert sich, die Dekompressionstiefe
einzuhalten. Allerdings verzichten Techtaucher bei der Spule einer Dekoleine bewusst auf einen Handgriff und einen Kurbelansatz, und verwenden bevorzugt eine
sogenannte Spool, weil sich damit die Leine beim Hochschießen der Dekoboje schneller abwickeln lässt. Die Primärverwendung des Mares Compact Reel im
Sporttaucheinsatz deckt sich mit der der Techtaucher, Dekostufen im Freiwasser können entspannter absolviert werden und gleichzeitig gibt die Oberflächenboje ein
deutliches Signal für das Tauchboot, wo sich noch Gäste unter Wasser befinden, möglicherweise sogar von einer Strömung versetzt werden. Jedoch können Sporttaucher
bei schlechter Sicht gewisse Zielpunkte ihres Tauchgangs mit einer Leine markiert, sicher wieder auffinden oder anderen den Weg weisen – zum Einstieg am Ufer
oder zu einem Bojenpunkt an der Oberfläche. Dieses Szenario hat UnterWasserWelt in seinem Video zum Mares Compact Reel nachemfunden. So macht es also durchaus Sinn,
das preiswerte Compact Reel von Mares in die Hand zu nehmen. Auf den ersten Blick ähnelt das Compact Reel eher einer Spool, denn Handgriff und Kurbel sind bei
Nichtgebrauch angeklappt, was eine kompakte Bauweise ermöglicht. Das für das Reel verwendete Kunststoffmaterial steht für geringes Gewicht. Der angeklappte Handgriff
arretiert die Spule und verhindert das unbeabsichtigte Abfädeln der Leine. Mit dem Reel wird ein massiver Doppelkarabiner geliefert, der unterschiedlich genutzt
werden kann. Die Idee, das Reel aufgrund seiner geringen Größe in der Jackettasche zu verstauen, enthebt den Karabiner zunächst der Aufgabe, die kleine Seiltrommel
direkt an einem D-Ring des Jackets zu befestigen. Jedoch, die Variante, das Reel mit dem Karabiner am zu einer Schlaufe verknoteten Ende des Seils am Jacket
anzuhängen, gefällt uns weniger, da „baumelt“ uns zuviel am Mann herum. In der Jackettasche ist es gut aufgehoben.
Praxis
Wir haben im
Praxistest das Mares Compact Reel unter anderem zur Orientierungsübung im kalten Bergsee verwendet, schlechte Sicht und Trockentauchhandschuhe als verschärfte
Bedingungen. Der Karabiner übernahm die Aufgabe, das Seilende sicher zu fixieren. Das Seil wurde ohne Probleme abgewickelt und bewies zusammen mit dem Reel im Verlauf
der Zugprüfung die überzeugende Festigkeit. Trotz des kompakten Designs von Handgriff und Kurbel ließ sich das Seil flüssig aufwickeln. Der Karabiner erlaubte mit den
Trockentauchhandschuhen ebenso müheloses Handling. Neben Orientierungshilfe auf Wegen bis 30 Meter und Unterstützung der Freiwasserdeko, kann das Mares Compact Reel
mit einer Boje auch zur kurzfristigen Markierung eines Tauchplatzes verwendet werden.
Fazit
Für unter € 30,- erwirbt man ein nützliches
Tool, dessen Ursprung beim technischen Tauchen angesiedelt ist, das die Ausstattung von Sporttauchern sinnvoll ergänzt. Das Mares Compact Reel ist klein genug, in der
Jackttasche Platz zu finden und groß genug, auch mit dicken Handschuhen bedient zu werden.
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