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Wie ernst müssen sich Sporttaucher eigentlich geben?
Ich weiß nicht, wann Menschen
erstmalig die Unterwasserwelt besucht haben, die ersten theoretischen Eindrücke wurden mir durch den Film Xarifa von Hans Hass vermittelt doch erst im Jahre 1972
lernte ich selbst Tauchen mit Gerät und begriff sofort den Reiz, den das „Unter-Wasser-sein“ auf uns Menschen ausübt. Heute, viele Jahre später, habe ich
mit jungen Tauchern zu tun, die zu den Ursprüngen zurück wollen. Nur mit dem Allernötigsten ausgerüstet, Anzug, Maske, Flossen, Schnorchel und Bleigurt steigen die
Apnoe - oder Freitaucher ins Wasser und erzählen hinterher mit glänzenden Augen, von Strecken oder Tiefen, die sie ohne Luft zu holen im Wasser zurückgelegt haben.
Beim Besuch eines sächsischen Steinbruchs, erlebte ich etwas Merkwürdiges: Sporttaucher zogen sich mit sehr ernsten Gesichtern mehrheitlich schwarze Anzüge und Stiefel
an und behängten sich mit den üblichen Utensilien. Mit genau so ernsten Gesichtern stiegen sie ins Wasser und ebenso ernst wirkten sie nach dem Tauchgang. Daneben
gab es eine Gruppe, vorwiegend junger Leute, bekleidet mit Badehose oder Bikini, die lachend und jauchzend ins Wasser sprangen. Sie schwammen, tauchten und waren alle
fröhlich. Beim Springen von der Steilwand überboten die jungen Mädchen die männlichen Kollegen. Es war ein wunderschöner Tag, warm und sonnig, ich freute mich über
diese fröhliche Gesellschaft und wunderte mich über die Ernsthaftigkeit, mit der die Sporttaucher ihrer Passion nachgingen. Ich habe niemanden nach seinem Befinden
gefragt, stumm ließ ich alles auf mich wirken. Nun nach einigen Tagen des Nachdenkens habe ich eine mögliche Erklärung gefunden; das Gerätetauchen scheint wirklich
eine so ernsthafte Angelegenheit zu sein, sodass man sich dabei zumindest äußerlich nicht freuen kann. Oder ist es umgekehrt, schlägt die fast vollständig
schwarze Ausrüstung den Tauchern aufs Gemüt? Sei es wie es sei. Bereits eine Woche vorher hatte ich etwas Ähnliches erlebt. Bei einem Treffen vieler
Apnoetaucher erschienen mir die meisten auch sehr ernst zu sein, nur eine kleine Gruppe fiel auf, ihre Anzüge waren farbiger und sie wirkten viel entspannter, auch
einen Spitznamen hatten sie bereits; schaut, da kommen die „Feuerwehrtaucher“. Liebe Taucher, denkt doch mal über euch selber nach, kann man das Tauchen nicht
etwas fröhlicher gestalten, schließlich ist das doch euer Hobby? Oder verhindert die Konzentration auf die Tauchgänge alle Fröhlichkeit? Oder sehe ich das alles viel
zu schwarz? Zum Schluss eine ernst gemeinte Bemerkung: Alle Sicherheitsausrüstungen von Wassersportlern über Wasser sind gelb, rot oder orange, weil sie im
Notfall besser zu sehen sind. Wenn also der Tauchsport ein „ernsthafter“ Sport ist, sollte er farblich nicht nachstehen, der Sicherheit wegen.
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